Jugend in Ausbildung

Seit 2014 wurde durch Markus Rohmann (Vereinsvorsitzender der Sportfreunde Wanne-Eickel 04/12) und Christoph Schmidt (Prokurist für Arbeit und Bildung des Diakonischen Werkes Gladbeck, Bottrop, Dorsten) das Berufsprogramm „Anpfiff zum Berufsleben“ entwickelt. Dabei wurden sie zudem vom kaufmännischen Vorstand Karl-Heinz Kinne unterstützt. Alle drei sind Mitglied im o. g. Verein.

 

Berufsprogramm „Anpfiff zum Berufsleben“

Sportfreunde Wanne-Eickel 04/12 e.V. ist der älteste Fußballverein in Wanne-Eickel und mit Westfalia Herne zusammen auch in Herne. Seit 2014 verfolgt der Vorstand der Sportfreunde die Idee, Jugendliche und junge Erwachsene in unseren Jugendmannschaften bei ihrem Übergang von der Schule in den Beruf stärker zu unterstützen und die Jugendabteilung qualitativ und quantitativ weiterzuentwickeln.
Durch das Pilot-Projekt „Bau eines Kunstrasenplatzes mit Eigenbeteiligung der Vereine“ in Zusammenarbeit mit der Stadt Herne konnte der bestehende Tennenplatz in einen Kunstrasenplatz umgewandelt werden und so die Zahl der Mitglieder deutlich erhöht werden.
Parallel dazu wurde das Projekt „Anpfiff zum Berufsleben“ inhaltlich weiterentwickelt. Es fanden bereits Veranstaltungen mit der Leitung der Agentur für Arbeit (Bochum) und dem Vorstand der Kreishandwerkerschaft Herne / Wanne-Eickel / Castrop-Rauxel statt. Zudem wurde unsere Initiative durch Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda in das „Bündnis für Arbeit“ auf-genommen, bei dem sie seit der ersten Veranstaltung ständig vertreten ist.

 

Zielrichtung unseres Berufsprogrammes…

ist es, Jugendliche und junge Erwachsene der Vereinsmannschaften, aber auch die Schüler und Schülerinnen der benachbarten Gesamtschule Wanne – Eickel in ihrer Berufswahlentscheidung zu unterstützen und ihnen bei ihrem Start in das Berufsleben zu helfen. Die Jugendlichen unserer Mannschaften sind weitestgehend Schüler und Schülerinnen der umliegenden Schulen. In Gesprächen mit ihnen haben wir festgestellt, dass sie Probleme haben, eine Ausbildungsstelle, aber auch einen passenden Studiengang zu finden, und dass sie teilweise nur über geringe Informationen hinsichtlich der Inhalte und Anforderungen in den Ausbildungsberufen gerade auch im Handwerk verfügen.
Gleichzeitig wurden bei den Innungsversammlungen der Kreishandwerkerschaft Herne, zu denen Herr Rohmann als Vorstandsmitglied in den letzten Jahren als Gast eingeladen war, immer wieder von fehlenden Bewerbern für eine Ausbildung im Handwerk berichtet. Thema war auch immer wieder die Tatsache, dass viele Bewerber lieber einen kaufmännischen Beruf wählen, ohne wirklich zu wissen, ob die Berufschancen und Entwicklungschancen in diesem Beruf für sie vorteilhaft sind. Dabei wurde auch der Aspekt angesprochen, dass sich vor allem die SchülerInnen mit den besseren Noten häufig gegen das Handwerk entscheiden.

 

Umsetzung des Projektes

Vor diesem Hintergrund sind folgende Ideen zur Umsetzung des Projektes „Anpfiff zum Berufsleben“ entstanden, das fünf Schwerpunkte aufweist:

1. Verbesserung der Berufschancen unserer Sportler in den Jugendmannschaften

2. Zusammenarbeit mit den SportlehrerInnen und verantwortlichen LehrerInnen im Bereich „Übergang Schule – Beruf“ der umliegenden Schulen:

a) Im Rahmen der Zusammenarbeit mit den SportlehrerInnen erhalten wir Informationen über die sportliche Leistungsfähigkeit sowie vorhandene Schlüsselkompetenzen wie Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und Leistungsbereitschaft in der Schule.

b) Die Vermittlung von Schülerpraktika in den Handwerksbetrieben und die Unterstützung bei der Ausbildungsstellensuche sind Inhalte der Zusammenarbeit mit den verantwortlichen LehrerInnen im Bereich „Übergang Schule-Beruf

c) Möglichkeiten / Maßnahmen zur Anbahnung einer Kooperation:

I. Durch die Kooperation erhalten die SchülerInnen für ihre Praktikumssuche Zugang zum Firmennetzwerk des Berufsprogramms.

II. Ein gemeinsames Sportfest soll Kontakte aufbauen, Verbindungen herstellen und Freundschaften vertiefen.

III. In dem neuen Schulungsraum des Vereins finden Informationsveranstaltungen statt, zu denen auch die Gesamtschüler eingeladen werden.

IV. Die Referenten werden Fachleute der Agentur für Arbeit und Berufsberater sein. Aber auch Arbeitgeber der hiesigen Firmen werden Fragen in persönlichen Gesprächen beantworten.

V. Weiterhin werden Motivationsveranstaltung und Schulungsveranstaltungen (Rhetorik, Vorstellungsgespräch, Selbstsicherheit) angeboten, die Sportler und Schüler kostenlos angeboten werden.

3. Qualitative Verbesserung der Trainingsbedingungen und Weiterbildung unserer Trainer im Jugendbereich.

4. Besonderes Augenmerk liegt auf der Förderung des sozialen Engagements und der politischen Bildung.

a) Wir möchten die sozialen Kompetenzen fördern, indem wir den Jugendlichen andere Einblicke in das menschliche Miteinander ermöglichen. Daher bringen wir die Kinder und Jugendlichen gezielt mit Menschen aus anderen Lebenskontexten zusammen. Dazu zählen auch Besuche von Altenheimen oder Werkstätten für Menschen mit Behinderungen. Wir möchten deutlich machen, dass Engagement Spaß macht.

b) Wir wollen auch das politische Bewusstsein unserer Jugendlichen schärfen, um sie gegen den Einfluss radikaler, demokratiefeindlicher Beeinflussungen zu immunisieren. Wir haben in den letzten Jahren die dringende Notwendigkeit erkannt, hier aktiv mitzuwirken, um den jungen Menschen Einblicke in politische Themen zu ermöglichen.

Zur Umsetzung dieser Schwerpunkte sollen Eltern und Lehrer der umliegenden Schulen in das Projekt miteinbezogen werden. Die Eltern sollen zu Beginn eines Schuljahres bei den Elternversammlungen und bei Folgeveranstaltungen über das Programm in Kenntnis gesetzt werden und Kontaktadressen und Informationen zu festgelegten Sprechzeiten in den Räumlichkeiten des Berufsprogramms erhalten.
In persönlichen Gesprächen mit Lehrern und Eltern sollen für die einzelnen Teilnehmer individuell Ziele und Maßnahmen besprochen werden. Diese Maßnahmen und Ziele sollen für den weiteren gemeinsamen Weg die Richtlinie und Agenda sein, um Nachhaltigkeit zu erzielen und eine Erfolgskontrolle zu gewährleisten. Durch den Austausch sollen auch neue Ideen und unterschiedliche Sichtweisen Berücksichtigung finden.
Bei anstehenden Schulpraktika sollen zusätzliche konkrete Vermittlungsbörsen stattfinden, bei denen sich u.a. Firmen persönlich vorstellen und die Schüler direkte Ansprechpartner für die Praktikumsbewerbung finden / erhalten können.
Außerdem haben die Sportfreunde Wanne-Eickel 04/12 gerade in den letzten Jahren immer wieder bei den Themen Integration und Flüchtlingshilfe an prominenter Stelle gearbeitet und einige Projekte erfolgreich abgeschlossen. Der Verein erhielt dafür in den letzten beiden Jahren diverse öffentliche Anerkennung und Unterstützung z.B. durch das Kommunale Integrationszentrum der Stadt Herne und Herne hilft! Ausbau und Konsolidierung der Förderungsmaßnahmen / -möglichkeiten lassen eine Kooperation zwischen Schulen und Vereinen wünschenswert erscheinen. Hier könnten durch Sportfeste sehr leicht zum einen gemeinsame Themen in die Öffentlichkeit gebracht und Fördermaßnahmen (Angebote, Aktionen, Ferienangebote) umgesetzt werden. Auch die Anschaffung von Bewegungs-, Spiel- und Sportgeräten zur Umsetzung der Kooperationsangebote ist ein Ziel, das gemeinsam erreicht werden soll.
Mittelfristig sollen Räumlichkeiten für die wachsende Verwaltung des Berufsprogramms angemietet werden und durch Sonderaktionen wie z.B. Netzwerk-Events auf der Cranger Kirmes das Projekt öffentlich bekannt gemacht und sowohl weitere Partnerfirmen als auch Sponsoren gewonnen werden. Dabei könnte z. B. durch Aktionen und Ausstellungen auf die Kreativität und Leistungsbereitschaft von Mitgliedern / Schülern aufmerksam gemacht werden. So könnte die Präsentation von Ergebnissen von Schulprojekten und aus dem Kunstunterricht könnten zeigen, welches Potential in den Schülern steckt.

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